Was bedeutet Syntax?

Syntax bezeichnet die Regeln, nach denen sich Wörter und Morpheme zu Wortgruppen, Sätzen und größeren Strukturen verbinden.

In der Linguistik ist Syntax die Satzlehre (Teilgebiet der Grammatik); in der Informatik beschreibt „Syntax“ die Formregeln einer Programmiersprache, also welche Zeichenfolgen als gültig gelten – unabhängig davon, was sie bedeuten (Semantik). 

Syntax – TL;DR

  • Linguistik: Regeln der Satzbildung (Wortstellung, Konstituenten, Kongruenz). 
  • Programmierung: Formregeln einer Sprache; oft per BNF/EBNF festgelegt. 
  • Syntax ≠ Semantik: Ein Satz/Programm kann syntaktisch korrekt und trotzdem sinnlos sein. 

Syntax in der Linguistik – kurz & knackig

  • Definition: „Art und Weise, wie Wörter zu Phrasen, Teilsätzen und Sätzen zusammengefügt werden“; klassisch: Lehre vom Satzbau
  • Zentrale Themen: Wortstellung, hierarchische Struktur (Konstituenz), grammatische Relationen (Subjekt/Objekt), Kongruenz (z. B. Verb–Subjekt), Variation zwischen Sprachen
  • Beispiel (DE): „Der Hund jagt die Katze.“ vs. „Die Katze jagt der Hund.“ – gleiche Wörter, andere Struktur/Bedeutung je nach Stellung/Kasus. (Allg. nach Britannica/Wikipedia.) 

Berühmtes Lehrbeispiel: „Colorless green ideas sleep furiously.“grammatisch korrekt, aber semantisch unsinnig (Chomsky 1957). Es trennt Form (Syntax) von Bedeutung (Semantik)

Syntax in der Informatik/Programmierung

  • Was heißt das? Syntax sind die Schreib-/Strukturregeln einer Programmiersprache (z. B. Klammern, Schlüsselwörter, Reihenfolge). Semantik ist, was der Code bewirkt. 
  • Formale Beschreibung: Häufig mit BNF (Backus–Naur-Form) bzw. EBNF – Notationen für kontextfreie Grammatiken, die gültige Programme definieren. 

Mini-BNF für einfache Rechenterme (schematisch):

<expr>   ::= <term> | <term> "+" <expr>
<term>   ::= <factor> | <factor> "*" <term>
<factor> ::= "(" <expr> ")" | <zahl>

Solche Regeln sagen nur, welche Formen erlaubt sind – nicht, wie man Ergebnisse berechnet (Semantik). 

Syntax, Grammatik, Morphologie, Semantik – der Überblick

BegriffKurzdefinitionBeispiel
GrammatikGesamtsystem der Strukturregeln einer Sprache (inkl. Morphologie & Syntax)„Deutsche Grammatik“ umfasst Flexion und Satzbau
MorphologieWortbildung/Flexion (Form von Wörtern/Morphemen)„geh-e, geh-st, geh-t“
SyntaxSatzbau: wie Wörter zu Phrasen/Sätzen kombiniert werden„Ich sehe den Hund“ (Verb an 2. Stelle). 
SemantikBedeutung von Wörtern/Sätzen/Programmen„Farblose grüne Ideen …“ = sinnlos trotz korrekter Form. 

Beispiele zum schnellen Einordnen

  • Linguistik (korrekt, aber unsinnig): Colorless green ideas sleep furiously. – korrekt gebaut, ohne sinnvolle Bedeutung
  • Code (Syntaxfehler): if (x > 0 { print(x); } → fehlende ) ⇒ syntaktisch ungültig. (Formregel verletzt.)
  • Code (semantischer Fehler): syntaktisch korrekt, aber falsche Bedeutung/Logik (z. B. Division durch 0). 

Syntax – Häufige Fragen (FAQ)

Ist Syntax einfach „Wortstellung“?

Mehr als das. Wortstellung ist zentral, aber Syntax untersucht auch Struktur/Hierarchie, Relationen und Kongruenz – also wie Sätze gebaut sind. 

Was ist der Unterschied zwischen Syntax und Grammatik?

Grammatik ist der Überbegriff für Sprachregeln; Syntax ist der Satzbau-Teil davon. Umgangssprachlich werden beide manchmal vermischt. 

Was ist der Unterschied zwischen Syntax und Semantik?

Syntax = Form/Struktur, Semantik = Bedeutung/Wirkung. Ein Satz/Programm kann formal korrekt, aber inhaltlich falsch/unsinnig sein. 

Wozu dienen BNF/EBNF?

Zur formalen Spezifikation von Programmiersprachen-Syntax (und anderen formalen Sprachen). Sie definieren welche Zeichenfolgen gültig sind

Quellen

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